Sonntag, 22. Februar 2015

Über den Sinn und Unsinn von Finish-Bezeichnungen

Heute mal ein reiner Textbeitrag zum Mitdiskutieren:

Derzeit denken die Kosmetikfirmen sich immer wieder neue Namen für ein- und dasselbe Finish aus.

Mattes Finish mit feinen Schimmerpartikeln ist mir jetzt schon unter den Bezeichnungen Silk (Touch), Satin, Velvet (Matte), Suede und Cashmere begegnet. Und ich glaube, ich habe jetzt sogar noch ein paar vergessen. Die sehen für mich aber alle gleich aus! Wo soll da ein Unterschied sein? Okay, ein minimaler vielleicht, weil es auch unterschiedliche Firmen gibt, aber keinen so großen, dass man eine neue Bezeichnung dafür bräuchte.

Richtig verwirrend wurde es dann, als man sich für eine andere Form des semi-matten Finishes das Wort Leather Finish ausdachte, obwohl das Wort "suede" ja ebenfalls "Leder" bedeutet. Also gibt es nun zwei Finishes mit gleicher Bedeutung, die aber unterschiedlich aussehen.
Zudem unternahm Maybelline den Versuch als Alternativbezeichnung den Begriff Vinyl-Finish durchzusetzen, was ich auch irgendwie überflüssig fand.

Ähnliches gilt für Sand-, Zucker-/Sugar- und Crystal-Lacke. Zwischen Sandfinish und dem anderen beiden unterscheide ich ja sogar noch: Sandfinish enthält feinere raue Partikel, während Sugar- oder Crystallacke halt eher größere Kristalle  - wie Zuckerkristalle eben - beinhalten. Aber im Grunde ist das doch auch alles dasselbe!
Bei Beyu begegnet einem zudem noch die Bezeichnung Salt Finish, was ich aber noch verstehen kann, weil die ganze LE einen Ozean-Bezug haben sollte, da war das ganz nett. Trotzdem wieder das gleiche! Ebenso die Cupcake-Lacke von Kiko.
Kreativer war Zoya mit den Pixie Dust-Lacken. Das ist eine schöne Alternativbezeichnung, das hat wieder einen gewissen Charme.
Aber bei Sand-, Sugar, Crystal und Salt-Finish finde ich diese Variation total überflüssig.

Auch der Begriff Jellylack ist doppelt belegt: Einerseits für Lacke mit Gelfinish, andererseits ist dies eine von zahlreichen Bezeichnungen für Lacke mit großen Partikeln darin. Andere Namen für letzteres sind auch Sandwich-Lack oder Joghurt-Finish.

Und mal ernsthaft: Was soll das eigentlich? Wozu sich immer neue Bezeichnungen für ein- und dasselbe ausdenken? Soll dadurch suggeriert werden, das wäre eine neue Erfindung?

Ich finde, das macht alles unnötig kompliziert. Irgendwann setzt sich zwar immer einer der Begriffe als allgemein gültige Bezeichnung durch, aber bis dahin dauert es ja ein wenig. Und wer schon einmal in der Situation war einem Nicht-Nagellack-Junkie diesen Bezeichnungsurwald erklären zu wollen oder zu müssen, der wird wissen, was ich meine! :D

Es ist doch eigentlich total unnötig das Rad immer wieder neu erfinden zu wollen, bzw. wird ja nicht mal das Rad neu erfunden, es wird nur anders bezeichnet. Heute sagen wir "Rad", morgen sagen wir "Reifen" und übermorgen "Rollen".

Was meint ihr dazu?
Bin ich die Einzige, die das Ganze so überflüssig und lächerlich findet oder geht es da noch jemandem wie mir?^^"
Oder findet ihr das toll, immer wieder neue Namen dabei zu haben? Seht ihr das als Abwechslung?

Ich freue mich auf eure Meinungen! :)

Kommentare:

  1. Also, ich beschäftige mich ja nicht so sehr damit, aber als ich den Post gelesen habe, musste ich ein paar mal schmunzeln.
    Generell glaube ich, dass sich da Marken von anderen abheben wollen, indem sie neuer wirkende Produkte auf den Markt schmeißen. Wie du schon sagst: Man hat das Rad nicht neu erfunden, aber man will es eben noch einmal gründlich säubern, sodass es neu und innovativ aussieht. Zumindest kenne ich dieses Verhalten bei anderen Produkten, bei denen eigentlich stinknormale Dinge plötzlich richtig "coole" Bezeichnungen kriegen, um einfach attraktiver zu wirken.
    Bei Buchgenres ist es auch immer eine Diskussion, die nie enden will: Ist das jetzt ein Kriminalroman, ein Dedektiv-Roman, ein Entwicklungsroman, oder sonst irgendwas? Letztlich ist es mir auch egal, mit was es am Ende betitelt wird, der Diskussion gehe ich nämlich aus dem Weg. Hauptsache der Inhalt stimmt :)

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    1. Ja genau, es soll einfach nur neu wirken. Und ich frag mich immer, ob die Leute wirklich darauf reinfallen.^
      Bei Büchern ist das sicher noch mal Interpretationssache mit dem Genre, da kann man sich sicher viel streiten! :D

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  2. Ich gebe dir total recht: Überflüssig!
    Und für mich sogar noch zusätzlich verwirrend, ich war gerade ganz überrascht, das Gel-Finish und Jelly dasselbe sind, das war mir noch gar nicht bewusst ^^
    Dass man versucht, sein Finish mit der Marke zu verknüpfen, kann ich ja irgendwie verstehen, doch ab einem gewissen Punkt wird es doch einfach lächerlich ^^

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    1. Ja, es erschwert die Kommunikation, finde ich.^^
      Für mich persönlich sind Jellys halt die mit den Partikeln, die Joghurt-/Sandwichlacke. Habe auch erst vor kurzem herausgefunden, dass es auch Leute gibt, die das für Gelfinishes benutzen, bzw. wenn du dir die Kommis hier durchliest wird da auch noch mal differenziert. Warum einfach, wenns auch kompliziert geht? xD

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  3. Ich finde die vielen Bezeichnungen für ein Finish auch etwas überflüssig. Wobei ich ja zB finde, dass Sandlack der Oberbegriff ist und der Rest nur Beiwerk. Außer Pixie Dust von Zoya. Da sie damals die ersten waren, finde ich das okay. Hat sich ja nur leider nicht durchgesetzt. Die Firmen wollen halt alle was eigenes und so tun, als würden sie das Rad neu erfinden.
    Ganz schlimm finde ich, wenn Leather mit Suede in einen Topf geworfen wird. Ein semimattes Finish ist toll, aber Leather ist einfach grauenvoll und für mich etwas völlig anderes. :D
    Was du zu Jellylacken schreibst, sehe ich etwas anders. Das sind für mich Lacke, die weniger stark decken, aber dafür sehr stark glänzen. Ob mit oder ohne Partikel drin. Aber klar, die mit Partikeln kann man dann auch als Joghurt- oder Sandwich-Lacke bezeichnen. ;-)

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    1. Ich mag Leather auch überhaupt nicht, während ich Suede aber ganz schön finde.^^
      Diese Definition zu Jelly kannte ich jetzt noch nicht, aber wenn ich mich hier so umsehe, scheint sie verbreitet zu sein. Obwohl mir gerade überhaupt kein Lack einfällt, der so aussehen würde, also sehr sheer und stark glänzend. Was wäre denn da ein Beispiel?

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  4. Ich finde das genauso schwachsinnig wie du, leider ist das aber in vielen Bereichen so. Ich arbeite ja am WE an der Tankstelle, und da ärger ich mich immer wieder über die Zigarettenfirmen, die ständig bezeichnungen und Aussehen der Schachteln ändern. Da kommt man einfach durcheinander, vor allem weil die Kunden bei alten Bezeichnungen bleiben. Da heisst es dann nicht mehr Malboro Medium, sondern "Flavor mix", was ein sch...
    oder die "White fresh" hat plötzlich keinen Namen mehr, ist aber jetzt grün...usw.

    LG
    Jessi

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    1. Von Zigaretten habe ich wiederum keine Ahnung, aber dasselbe Phänomen gibt es an vielen Stellen, da hast du sicher recht! :D

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  5. Ich stimme dir da vollkommen zu - du hast übrigens noch das Asphalt Finish von Essence vergessen :D

    Als ich klein war, hat man sich auch noch mit Rouge geschminkt und nicht mit Blush. Und ne BB Creme ist auch nix anderes als eine getönte Tagescreme, nüch?

    Liebe Grüsse, Bianca :)

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    1. Ach ja, das gab es auch noch! Das war aber nur der eine Lack aus der Road Trip LE oder?
      Stimmt aber, früher hieß das auch noch Unter- und Überlack anstatt Top- Basecoat.
      Und der Facility Manager hieß auch noch Hausmeister! x'D
      Langsam wird es stellenweise echt übertrieben!

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  6. Mich nervt sowas auch total, hab mich noch gestern in meinem Beitrag zu den LilaLauneLacken darüber geärgert. ;) Ich bin auch jemand, der dann erstmal alles nachprüft, um auf dem Blog möglichst keine falschen Begriffe zu benutzen. ^^ Macht auch im Bereich Tags alles etwas komplizierter...
    Möglicherweise funktioniert diese Marketing Strategie aber bei Nicht-Bloggern oder Blog-Lesern ganz gut und weckt die Neugier... Wer weiß...

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    1. Hab ich vorhin auch gesehen!^^
      Ich glaube, irgendwie hat auch jeder so ein bisschen sein eigenes Vokabular zusammenstückelt, weil keiner wirklich alles zu 100 % weiß, bzw. gibt es teilweise so viele Alternativen, dass man halt einfach eine für sich festlegen muss.

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  7. Ach, solche Bezeichnungen machen schon Sinn, aber wenn zwei oder mehr Namen für das selbe auftauchen, wirds verwirrend. Für mich ist Gel finish und Jellylack etwas anderes. Gel finish bedeutet eine recht glatte, glänzende Oberfläche aber der Lack kann opak oder transparent sein, wohingegen Jelly einen transparenten bzw recht sheeren Lack bezeichnet.

    Andere sind nur für Haarspalter unterschiedlich ...wie die Sandzuckersonstwas. Im großen und ganzen haben sie Körner drin, einer mehr ao, einer mehr so. Auch die Leder Lacke gehören dazu, da sie ganz feine Krümelchen drin haben.

    Ach, ich schreib jetzt hier mal keine Abhandlung ... aber für mich sollten die Namen eben helfen, sich vorstellen zu können, wie der Lack aussieht. Nicht zur Verwirrung durch emotionelle Assoziationen zur Bezeichnung noch eher Fragen aufkommen lassen XD

    Wenn man keine Produktneuheit hat, kann man sie wenigstens ein bissken ändern sowie einen neuen Namen und eine neue Bezeichnung drauftun. Und nen neuen Preis. .. ..

    Ich weiß bei einigen finishes auch nicht, wie sie "eigentlich "heißen ... ich dachte immer, die lacke mit den "foiling" Pigmenten wären die Foillacke, aber nee, das sind odt, aber nicht immer, die, die ich als Mikroglitter in deckend bezeichnen würde ...(es gibt eine Sorte Metallpigmente, die als foiling bezeichnet werden, weil sich die flachen Partikel flach nachnder Oberfläche ausrichten, das sind die Aluminiumpigmente, wie sie z. B. bei den Kiko mirror sind und die heißen mirror, so würde ich eher die bezeichnen, die ich oben als foillack beschrieben hab....

    Ich denke, es ist auch noch obendrauf verwirrend, wenn man die Bezeichnungen der Pigmente aus der "Malereiwelt"her kennt...
    Aber aus Gründen der leichteren Verständlichkeit haben se diese Namen nicht gewähl. ...O_o

    Ich kann schon verstehen, dass ein kleiner Unterschied einen anderen Namen bekommt, aber dann sollten alle die selben nehmen, so dass man z. B. sagen könnte sandlack -glitzernd, Zuckerlack -matt, crushed was immer - bunte Basis mit größeren Stücken oder wie immer man sich drauf einigt.

    Abernl das aus der Masse heraus stehen wollen bringt halt sonderbare linguistische Verrenkungen hervor...
    Ich find es auch schade, dass bei einigen Lackflaschen gar nicht so deutlich drauf steht, was das für ein Finish ist.

    Na ja, weites Thema haste da angeschnitten :-P

    Liebe Grüße! :-)

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    1. Bei Jelly hast du jetzt in beiden Erklärungen "transparent" verwendet und ich verstehe leider immer noch nicht, wo da unterscheidest.^^

      Die Kiko Mirror fallen unter Chromefinish.^^

      Dass mit der Verwirrung aus der Malerei kann ich mir denken! So geht es mir mit Farbbezeichnungen, weil ich da z.b. aus der internationalen Textilindustrie andere Begriffe kenne. Zum Beispiel wird für Nagellacke, die fast weiß mit nur einem Hauch Farbe sind, gern die Bezeichung "offwhite" benutzt, was ich aber ausschließlich als international gültige Bezeichnung für Cremefarben (bei Kleidung) kenne.^^

      Liebe Grüße!^^

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    2. Ich meinte, der "gel-Look " kann beides sein, transparent oder opak, weil sich das nach meinem Verständnis nur auf die glatte, glänzende Oberfläche bezieht. Der Jelly ist "marmeladenartig" halb oder vierteldurchsichtig. Dieser muss aber keine dicke Gelkonsistenz haben. (Es gibt auch noch Crelly, das sind lacke, die nur ein bisschen durchsichtig sind, wie die mit den Glitzerchen oft sind, so dass sie die unteren Schichten stärker zudecken, aber nicht ganz. Crelly -halb Jelly, halb Creme)

      Ich hoffe, ich hab jetzt alle Klarheiten in diesem übersichtlichen Thema beseitigt :-P

      Offwhite kenne ich als ganz normalen englischen Ausdruck für das, was wir manchmal als "gebrochenes Weiß " bezeichnen... muss nicht unbedingt creme sein, kann auch andere Spielarten haben. Früher hieß das, was du nennst, auch mal "ecru" ... wobei "international gültig" schon mal beruhigend klingt.

      Chrome finish ... noch so ein Ausdruck. Ja, Kiko schreibt mirror, jemand anders chrome ... bei mir ist s "Aluminiumpigmentfinish" mit foiling Dollarpigmenten. (Die heißen wirklich irgendwie so, weil die Pigmentteilchen so wie winzige Dollarmünzen sind, damit sie sich glatt aneinander legen können ...)

      Ich mag die "trockenen altmodischen" Pigmentnamen, aber nur, wenn sie wirklich diese Farbe bzw. dieses Pigment sind, das iat aber beinden Lack Firmen nicht möglich, denk ich jetzt mal....:-P

      ach ja, diese babylonische Lackverwirrung reizt mich eigentlich dazu, einfach nur meine eigenen Definitionen zu erstellen XD dann gibts noch eine theorie mehr dazu auf dieser Welt...

      Hast du was mit der Textilindustrie zu tun? Oder nur beim online/Katalogschmökern? Ich würde nicht auf Anhieb diese Tage irgendwelche Kleidungsfarbenbezeichnungen wissen ... *grübel *

      LG :))

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  8. .......und schon mal die finishes ( Effekte) von Shampoos verglichen.....?
    Einfach Werbung

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    1. Ich benutze ein Standardshampoo und gucke mir auch keine anderen an, aber ich kann mir lebhaft vorstellen, dass es da ähnlich aussieht.^^

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Ich freue mich immer über eure Meinung! ♥

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